ESMA – Neue Regeln für CFDs

News-oeffentlich: 30 März, 2018 um 22:15 Uhr

Die europäische Aufsicht-Behörde ESMA hat nun am 27. März Stellung bezogen und zeigt wie in der EU agiert wird. 14.605 Rückmeldungen gab es auf die erste Ankündigung der ESMA seitens der Broker und Trader. 98,1% sind gegen die neuen Bestimmungen, welche die ESMA am 5 Februar  vorgeschlagen hatte. Das hält die Behörde jedoch nicht davon ab, gegen den Willen der Menschen ihre neuen Gesetze durchzusetzen. Es zeigt vielmehr aufs Neue das Wesen der EU. Die EU Aufsichtsbehörden halten die Bürger für dumm und meinen sie müssten Regeln erlassen um sie wie Kinder zu schützen. Für einen erwachsenen Menschen ist das eine Beraubung der Freiheit.

Hebelwirkung bei CFDs

30:1 für Hauptwährungspaare;

20:1 Für Cross-Währungspaare und für Gold sowie Aktienindizes;

10:1 Für Rohstoffe ;

5:1 Für Einzel-Aktien;

2:1 Für Kryptowährungen;

Margin Close out Rule

Sinkt das Kapital des Handelskonto unter 50% der mindestens erforderlichen Margin, werden Positionen automatisch geschlossen. Beispiel: Ein Account mit 10.000 Euro welcher die Hauptwährungen und die Crosswährungen handelt hat bei einem Hebel von 20:1, eine Margin von 5%. Bei einer Positionsgröße von z.B. 40.000 Euro beträgt die Margin 2.000 Euro. Bei einem Gesamtverlust aller Positionen von 9.000 Euro  müssen Positionen vom Broker automatisch geschlossen werden. Dies macht sich insbesondere bemerkbar wenn der Hebel von 20:1 voll genutzt wird, dann nämlich werden Positionen bereits geschlossen wenn der Verlust 5.000 Euro überschreitet, da die erforderliche Margin hier bei 10.000 Euro liegt.

Bei den Kryptos sieht es jedoch schon anders aus: Kaufe ich z.B. für 20.000 Euro Krypto Währungen (Hebel 2:1) und die Kryptos fallen 25% (5.000 Euro) dann werden Positionen automatisch geschlossen. Hier muss das Risiko nun extrem reduziert werden, bzw. deutlich mehr Kapital vorgehalten werden. Bei einer 1:1 Cash Position (ohne Hebel) werden bei einem Verlust von 75% Positionen geschlossen.

Eintreten der neuen Regeln für den CFD Handel

Die ESMA will in den kommenden Wochen die neuen Regeln in den versch. Sprachen veröffentlichen. Ist dies getan, treten die neuen Regeln nach weiteren 2 Monaten automatisch in Kraft.

Mögliche weitere Gründe der neuen Maßnahmen

Es wurde verkündet dass all dies dem Schutz der Verbraucher dient. Die Banken haben in den letzten Jahren deutliche Umsatzrückgänge bei den Zertifikaten und Optionen erfahren. Der CFD Handel war einfach viel billiger, schneller und durchsichtiger, also eine gute Sache für den Verbraucher. Gut für die Verbraucher, jedoch schlecht für das Geschäft der Banken. Möglicherweise haben diese die ESMA dazu gedrängt den CFD Handel für Privatanleger zu beschneiden. Denn man höre und staune, die von den Banken vertriebenen Zertifikate und Optionen sind von den neuen Regeln nicht betroffen.

Fazit: Die ESMA setzt die Reduzierung der Hebel durch, lockert jedoch die anfänglich angedachte Margin Close Out Regel von Position zu Position auf den gesamten Account. Dies war die Knackstelle, welche sich technisch hätte extrem schwierig umsetzen lassen und extrem teuer für die Broker gewesen wäre. Zudem hätte dies wohl dazu geführt, dass der CFD Handel in Europa komplett zusammengebrochen wäre.  Nun bezieht sich jedoch der Margin Call auf das Gesamtkonto, welches wesentlich leichter technisch umzusetzen ist und für den Trader keine so große Einschränkung darstellt. Werden die Regeln wie oben beschrieben umgesetzt ist die größte Einschneidung lediglich der Hebel und Trader werden dazu gezwungen weniger Risiken einzugehen, bzw. mehr Kapital vorzuhalten. Normale Trader denen ihr Kapital lieb ist, nutzen die großen Hebel aber ohnehin nicht voll aus und bleiben meist bei unter 10:1. Bei den Kryptos sind die Einschränkungen (Hebel von max. 2:1) jedoch sehr extrem.