Schlagwort: CFD

Die europäische Aufsicht-Behörde ESMA hat nun am 27. März Stellung bezogen und zeigt wie in der EU agiert wird. 14.605 Rückmeldungen gab es auf die erste Ankündigung der ESMA seitens der Broker und Trader. 98,1% sind gegen die neuen Bestimmungen, welche die ESMA am 5 Februar  vorgeschlagen hatte. Das hält die Behörde jedoch nicht davon ab, gegen den Willen der Menschen ihre neuen Gesetze durchzusetzen. Es zeigt vielmehr aufs Neue das Wesen der EU. Die EU Aufsichtsbehörden halten die Bürger für dumm und meinen sie müssten Regeln erlassen um sie wie Kinder zu schützen. Für einen erwachsenen Menschen ist das eine Beraubung der Freiheit.

Hebelwirkung bei CFDs

30:1 für Hauptwährungspaare;

20:1 Für Cross-Währungspaare und für Gold sowie Aktienindizes;

10:1 Für Rohstoffe ;

5:1 Für Einzel-Aktien;

2:1 Für Kryptowährungen;

Margin Close out Rule

Sinkt das Kapital des Handelskonto unter 50% der mindestens erforderlichen Margin, werden Positionen automatisch geschlossen. Beispiel: Ein Account mit 10.000 Euro welcher die Hauptwährungen und die Crosswährungen handelt hat bei einem Hebel von 20:1, eine Margin von 5%. Bei einer Positionsgröße von z.B. 40.000 Euro beträgt die Margin 2.000 Euro. Bei einem Gesamtverlust aller Positionen von 9.000 Euro  müssen Positionen vom Broker automatisch geschlossen werden. Dies macht sich insbesondere bemerkbar wenn der Hebel von 20:1 voll genutzt wird, dann nämlich werden Positionen bereits geschlossen wenn der Verlust 5.000 Euro überschreitet, da die erforderliche Margin hier bei 10.000 Euro liegt.

Bei den Kryptos sieht es jedoch schon anders aus: Kaufe ich z.B. für 20.000 Euro Krypto Währungen (Hebel 2:1) und die Kryptos fallen 25% (5.000 Euro) dann werden Positionen automatisch geschlossen. Hier muss das Risiko nun extrem reduziert werden, bzw. deutlich mehr Kapital vorgehalten werden. Bei einer 1:1 Cash Position (ohne Hebel) werden bei einem Verlust von 75% Positionen geschlossen.

Eintreten der neuen Regeln für den CFD Handel

Die ESMA will in den kommenden Wochen die neuen Regeln in den versch. Sprachen veröffentlichen. Ist dies getan, treten die neuen Regeln nach weiteren 2 Monaten automatisch in Kraft.

Mögliche weitere Gründe der neuen Maßnahmen

Es wurde verkündet dass all dies dem Schutz der Verbraucher dient. Die Banken haben in den letzten Jahren deutliche Umsatzrückgänge bei den Zertifikaten und Optionen erfahren. Der CFD Handel war einfach viel billiger, schneller und durchsichtiger, also eine gute Sache für den Verbraucher. Gut für die Verbraucher, jedoch schlecht für das Geschäft der Banken. Möglicherweise haben diese die ESMA dazu gedrängt den CFD Handel für Privatanleger zu beschneiden. Denn man höre und staune, die von den Banken vertriebenen Zertifikate und Optionen sind von den neuen Regeln nicht betroffen.

Fazit: Die ESMA setzt die Reduzierung der Hebel durch, lockert jedoch die anfänglich angedachte Margin Close Out Regel von Position zu Position auf den gesamten Account. Dies war die Knackstelle, welche sich technisch hätte extrem schwierig umsetzen lassen und extrem teuer für die Broker gewesen wäre. Zudem hätte dies wohl dazu geführt, dass der CFD Handel in Europa komplett zusammengebrochen wäre.  Nun bezieht sich jedoch der Margin Call auf das Gesamtkonto, welches wesentlich leichter technisch umzusetzen ist und für den Trader keine so große Einschränkung darstellt. Werden die Regeln wie oben beschrieben umgesetzt ist die größte Einschneidung lediglich der Hebel und Trader werden dazu gezwungen weniger Risiken einzugehen, bzw. mehr Kapital vorzuhalten. Normale Trader denen ihr Kapital lieb ist, nutzen die großen Hebel aber ohnehin nicht voll aus und bleiben meist bei unter 10:1. Bei den Kryptos sind die Einschränkungen (Hebel von max. 2:1) jedoch sehr extrem.

Seit dem 5. Februar prüft die ESMA sämtliche Rückmeldungen von Brokern und privaten Marktteilnehmern bezüglich der angedachten Änderungen. Mehr als 11.000 sollen es sein. Es wird sich also bald zeigen ob der Einbezug der Teilnehmer eine reine Farce war und die Regulierungesbehörde letztendlich die neuen Gesetze durchdrückt oder ob es eine mildere Variante als ursprünglich gedacht geben wird, welche die Wünsche der tatsächlich betroffenen Trader und Broker berücksichtigt.

Eine Umfrage des Brokers IG ergab dass 96% aller Trader gegen diese neuen Regulierungen sind. 80% gaben an, dass sie bei voller Umsetzung der Regulierungen auf Broker in Offshoregebieten außerhalb der EU ausweichen würden. Dies überrascht nicht, denn historisch führt jeder Markteingriff mit dem Ziel mehr Sicherheit und Stabilität zu schaffen tatsächlich zum Gegenteil, weil Marktteilnehmer ausweichen und die Bedingungen insgesamt dadurch eher schlechter werden. Im Grunde kann man sagen wenn Brüssel weiter macht wie bisher vertreibt es die Bürger aus Europa. Der CFD Handel für private Händler in Europa droht massiv beschnitten zu werden.

Was brauchen und wollen wir in Europa wirklich?

Es war nie der Wunsch der Europäer von einem Brüssel überwacht, kontrolliert und kommandiert zu werden. Immer mehr Vorschriften und Regulierungen die auferlegt werden unter oftmals falscher Flagge. Tatsächlich stecken vielmehr mächtige Interessensgruppen dahinter welche entscheiden wollen was erlaubt ist und wie es gemacht werden muss. Also eine direkte Beschneidung der Freiheit. Nach Außen wird berichtet das all das ja im Sinne der Bevölkerung ist und dadurch alles besser werden soll. Das ist jedoch meist alles Quatsch aus einem einfachen Grund: Ich glaube ein erwachsener Mensch möchte frei sein und selbstbestimmt handeln können. Jeder kann selbst gut genug seine Risiken einschätzen und danach handeln. Niemand braucht mehr einen Aufpasser zu dem Brüssel sich in vielerlei Hinsicht aufspielt. Überbezahlte Beamte in Behören die niemand braucht und niemand gewählt hat fangen plötzlich an unser aller Leben zu diktieren. Das mächtige Brüssel will uns immer mehr Entscheidungen abnehmen, und uns genau sagen wo es lang geht, indem es unsere Freiheit mehr und mehr beschneidet. Und all das mit unserem Geld, dass immer weniger in die Wirtschaft fließt sondern mehr und mehr in die Brüsseler Kommandozentrale.

Großbritannien muss klein beigeben

Auffällig ist das Großbritannien, zwar weiter Richtung Brexit geht, jedoch plötzlich die dortigen Behörden verkünden dass sie sich in Sachen Regulierung, Brüssel anschließen. Ich hätte eigentlich genau das Gegenteil erwartet und dass der UK Markt in Zukunft interessanter für Europäer wird. Der Druck von Brüssel ist jedoch zu groß und Großbritannien muss Eingeständnisse machen um beim Brexit gut weg zu kommen. Brüssel kann und will nicht erdulden dass Europäer auf London ausweichen weil dort die Bedingungen besser sind.

Traurig aber war. Wäre Großbritannien selbstbewusster, könnte die ESMA in Europa erlassen was sie möchte, die Kunden würden einfach der EU den Rücken kehren und ein Konto in London eröffnen. Dem ist aber nicht so, die Macht Brüssels scheint groß zu sein.

Wer etwas mehr Geld hat ist fein raus

Wie immer gibt es jedoch für etwas reichere Leute ein Schlupfloch, das man einbaut und die Gesetze gelten dann nicht mehr. Jeder der mehr als 500.000 Euro auf seinem Konto hat kommt leicht aus diesen Vorschriften raus. Dazu kann sich jeder seine eigene Meinung bilden. Es erinnert jedoch stark an das alte Rom, der versch. Klassen. Insbesondere die Armen die nicht ausweichen, nicht fliehen können kann man knechten. Wer Geld hat, hat Optionen und Ausweichmöglichkeiten. Wem es zu bunt wird, der geht einfach, dazu braucht man jedoch Geld. Deshalb trifft es die Mittelklasse und die Unterschicht immer am härtesten. Mit denen kann man quasi machen was man will, sie laufen ja nicht davon, sind abhängig  und müssen die Knechtschaft meist erdulden.

Der nächste Artikel zu diesem Thema erfolgt wenn die Entscheidung der europäischen Regulierungsbehörde ESMA fest steht und klar ist, wie es weiter gehen wird für private Händler im CFD Bereich.

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