Schlagwort: Fremdkapital

Frage: Gibt es einen Unterschied wenn ich als Prop Trader mit Fremdkapital handele?

Der Handel als Prop Trader ( Proprietary Trading) ist dann anders wenn ich Fremdkapital handele. Der Grund ist einfach: Wenn du dein eigens Geld handelst kannst du dir Fehler und schlechte Trades leichter verzeihen, weil du es nur mit dir selbst ausmachen musst. Das führt dazu dass du bereit bist größere Risiken einzugehen. Handelst du das Geld von Dritten, gibt es gewisse Vorgaben und einen engeren Spielraum. Die Wahl der Trades wird wählerischer. Wichtig ist vor allem dass du stetige Gewinne erzielst, zweitrangig ist wie hoch diese sind. Jeden Monat 1% ist besser als einen Monat +10% um im nächsten -6%. Das macht zwar immer noch etwa +4% in der Summe. Der große Drawdown jedoch ist für viele Investoren zu hoch. Je geringer die Volatilität in der Equity Kurve desto besser.

Das ist wichtig zu verstehen, denn du kannst davon ausgehen, wenn du großes Geld für jemanden handelst, dass dein Account ständig beobachtet und überwacht wird. Du kannst nichts verbergen. Und vor allem bist du nur so lange interessant solange du gute Ergebnisse ablieferst. Drawdown Phasen müssen innerhalb der Vorgaben bleiben usw… Auf diesem Weg baut sich über viele Monate und Jahre ein Vertrauen auf. Gewöhnlich geht es hier um kurzfristiges Trading (Daytrading & Swing Trading). Bei einem fundamental basierenden Investmentkonzept sind längere Drawdownphasen mit einzuplanen, was heute niemand wirklich möchte. Performancenachweise monatlich oder quartalsweise sind üblich. Hinzu kommt dass viele Macro Hedgefonds die letzten Jahre extrem schlechte Ergebnisse erzielt haben so dass Investoren extrem kritsich reagieren wenn du ihnen erzählt du machst langfristige Trades auf fundamentaler Basis.

Fremdkapital Handeln im Internet als Forex Trader

Wie bereits im letzten Artikel zum Thema Fremdkapital erwähnt (lese hier), wird im Internet heute viel Werbung für solche Dinge gemacht. Du kannst aber davon ausgehen, dass genau dann wenn es wirklich seriös ist, genau keine Werbung stattfindet. Wenn du auf der anderen siehst, dass geworben wird mit „unsere Trader handeln bereits erfolgreich“ und diese dann auf Youtube erzählen wie toll das alles ist, und wie viel Geld sie verdienen, dann vergiss es!

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Die Trading-Prediger werden nicht Müde sich immer neue Geschichten und Taktiken auszudenken. Trading und die Begriffe Forex oder Daytrading wurden vor Jahren in der Marketing Szene entdeckt und dienen seit dem als Geldmaschine für Verkäufer. In den USA machten es die Marketing Genies vor, welche für viele junge Menschen zu Idolen und Vorbilder wurden.
Bei solchen Hypes wird dann schnell jeder zum Experten, so wie wir es bei Bitcoin gesehen haben. Der Haken war bisher immer, dass man zum traden Geld braucht. Vielen potentiellen Kunden wurde klar, dass wenn sie ihre kompletten Ersparnisse aufbrauchen, und tausende von Euros für die Ausbildung der Trader-Gurus ausgeben, dass dann keine Kohle mehr für das eigentliche Ziel, das Trading übrigbleibt.

Fremdkapital handeln und Geld verdienen als Trader

Heute ist auch das kein Problem mehr. Trade doch einfach Fremdkapital. Es gibt naive Menschen die glauben, dass es da draußen eine Firma gibt, die wie ein Samariter 100.000 Euro oder mehr, ganz normalen privaten Tradern zur Verfügung stellt, damit diese damit dann ihr Einkommen erzielen können. Solche Konstrukte werden für die Marketing Welt erschaffen nicht jedoch für die reale Tradingwelt.
Jemand hat wenig oder kein Geld, zahlt 3000 oder mehr Euro für eine Ausbildung um dann 400 Euro monatlich zu zahlen (Leihgebühr), dass ihm jemand 100.000 Euro zur Verfügung stellt. Damit will er 10-15% Rendite im Monat erzielen um dann das Leben zu führen, dass ihm seine Vorbilder in den YouTube-Videos vorleben.
Geblendet von dem gezeigten Luxus und eingelullt von den Verkaufsstrategien, geben dann viele ihre letzten Groschen, um den Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Was jedoch nie geschehen wird, weil sie mitten im Fangnetz der Bauernfänger sind und sich meilenweit von der Realität entfernt haben.

In der realen Welt kommen private Trader schwierig an Fremdkapital

In der realen Welt ist das Ganze nicht so einfach. In einem regulierten Finanzmarkt kann aus rechtlichen Gründen ein Privatmann nicht einfach das Geld anderer Leute annehmen und damit handeln. Was gebraucht wird um seriös an Fremdkapital zu kommen ist ein Track Record von 1-2 Jahren. Dies ist die Eintrittstür. Geldgeber sind jedoch vorsichtig, wer möchte schon gern jemand sein Geld anvertrauen den er nicht kennt. Deshalb folgt meist eine Phase der Beobachtung eines Tradingaccounts der überwacht wird und sichergestellt ist, dass nichts manipuliert werden kann. Der Handel erfolgt natürlich mit Echtgeld. Diese Prozedur ist wichtig, weil die meisten mehrere Trading Konten haben, und nur jene zeigen die gut laufen und die Looser verschweigen. Auf diesem Weg wird Vertrauen aufgebaut. Läuft alles gut erfolgt die Zuteilung von Fremdkapital, meist wird mit 250.000 Euro begonnen. Ist die Performance weiterhin gut, ist nach oben quasi keine Grenze. Wobei die heutige Grenze als Prop-Trader meist bei etwa 10 Millionen liegt. Davon verdient der Trader 25% nach der High Watermark-Methode.
Die beste Lösung ist jedoch mit Sicherheit einen privaten Investor oder Geldgeber zu finden. Andernfalls gibt es zu viele regulatorischen Hürden und auch damit verbundene Kosten.