Schlagwort: Kanada

In Kanada braut sich etwas zusammen und wir fühlen uns nach wir vor pudelwohl mit unserer langfristigen Positionierung im USD-CAD. Die Immobilienblase droht mittelfristig zu platzen.

Lange ist es her, dass wir begonnen haben über die Situation in Kanada zu sprechen. Wir sind seit einigen Monaten Short CAD positioniert und warten darauf dass sich die Dinge entwickeln. Dazu eine Geschichte aus Kanada:
Die Immobilienmaklerin Paula wusste, dass der Immobilienmarkt einen Wendepunkt erreicht hatte. Wie konnte sie das? Sie stellte fest dass die Verkaufspreise seit Monaten deutlich über dem Marktpreis lagen. Häuser gingen weg, obwohl diese 50.000 Dollar über dem Marktpreis lagen. Die Käufer waren einfach verrückt danach und wollten um jeden Preis in den Markt, also kaufen. Plötzlich jedoch wie aus dem Nichts, stand ein Haus 1 Woche zum Verkauf und kein Käufer war in Sicht. Dann plötzlich tauchte einer auf und wollte das Haus knapp über dem Verkaufswert kaufen, also ein guter Deal. Der Verkäufer jedoch lehnte ab und sagte er will 45.000 mehr erzielen. Die Maklerin drängte eindringlich und sagte ihm , dass sich das Blatt gewendet habe und er froh sein kann dass ein Käufer zu diesem Preis kaufen möchte. Bitte machen Sie dem Käufer ein Gegenangebot. Die Maklerin ging zum möglichen Käufer und teilte ihm mit, für 45.000 mehr kann er das Haus haben. Dieser lehnte ab. Zurück auf dem Weg zum Wagen des Verkäufers signalisierte sie bereits mit Kopfschütteln, dass der Deal nicht zu Stande kam. Dieser düste daraufhin, wütend und mit quietschenden Reifen davon, ohne sich auch nur zu verabschieden.

Das ist die Arroganz und Gier, am Hoch eines Marktes. Das Haus fiel danach von Woche zu Woche im Preis. Das Blatt hatte sich gewendet. Der Verkäufer würde von nun an zu jedem Preis verkaufen, wenn doch nur noch einmal ein Käufer erscheinen würde. Jedoch ist kein Angebot in Sicht, der Markt ist im freien Fall.

Am Freitag fiel die Zahl der Beschäftigungen  im Monat Januar um den zweitgrößten Wert seit 1970. Nur 2008 im Zuge der Finanzkrise sank die Beschäftigung kurzfristig noch tiefer ab. Diesen Rückgang sollte man nicht einfach ignorieren und zur Tagesordnung übergehen. Wir haben die letzten Monate oft darüber gesprochen in welcher Verfassung Kanada ist und was dies für die Währung in den nächsten Jahren bedeuten wird. Und nicht nur das, in der gleichen Woche am Dienstag sahen wir einen Einbruch in der Handelsbilanz Kanadas. 75% aller Exporte Kanadas gehen in die USA. Kanada weitet somit sein Defizit weiter aus, was die Verschuldung nach oben treibt. Das wird insbesondere gefährlich wenn die Zinsen zu steigen beginnen. Schlimmer noch, die Zentralbank mit ihrer optimistischen Einschätzung hat an ihrer Glaubwürdigkeit nun eingebüßt. Der Markt wird nun die nächsten Tage eine Neubewertung vornehmen müssen. Diese aktuelle Entwicklung in Kombination mit den kürzlich eingebrochenen Aktienmärkten ist ein deutliches Warnzeichen. Was mir ebenfalls auffällt, dass viele die brutal angezogene Volatilität nicht richtig ernst nehmen. Es sieht so aus als wenn sich alle ziemlich sicher sind dass dies nocht nicht der Beginn des großen Crashs war. Solange wir jedoch keine neuen Hochs sehen sollte man sich da mal nicht zu sicher sein.