Schlagwort: Trading

Die Trading-Prediger werden nicht Müde sich immer neue Geschichten und Taktiken auszudenken. Trading und die Begriffe Forex oder Daytrading wurden vor Jahren in der Marketing Szene entdeckt und dienen seit dem als Geldmaschine für Verkäufer. In den USA machten es die Marketing Genies vor, welche für viele junge Menschen zu Idolen und Vorbilder wurden.
Bei solchen Hypes wird dann schnell jeder zum Experten, so wie wir es bei Bitcoin gesehen haben. Der Haken war bisher immer, dass man zum traden Geld braucht. Vielen potentiellen Kunden wurde klar, dass wenn sie ihre kompletten Ersparnisse aufbrauchen, und tausende von Euros für die Ausbildung der Trader-Gurus ausgeben, dass dann keine Kohle mehr für das eigentliche Ziel, das Trading übrigbleibt.

Fremdkapital handeln und Geld verdienen als Trader

Heute ist auch das kein Problem mehr. Trade doch einfach Fremdkapital. Es gibt naive Menschen die glauben, dass es da draußen eine Firma gibt, die wie ein Samariter 100.000 Euro oder mehr, ganz normalen privaten Tradern zur Verfügung stellt, damit diese damit dann ihr Einkommen erzielen können. Solche Konstrukte werden für die Marketing Welt erschaffen nicht jedoch für die reale Tradingwelt.
Jemand hat wenig oder kein Geld, zahlt 3000 oder mehr Euro für eine Ausbildung um dann 400 Euro monatlich zu zahlen (Leihgebühr), dass ihm jemand 100.000 Euro zur Verfügung stellt. Damit will er 10-15% Rendite im Monat erzielen um dann das Leben zu führen, dass ihm seine Vorbilder in den YouTube-Videos vorleben.
Geblendet von dem gezeigten Luxus und eingelullt von den Verkaufsstrategien, geben dann viele ihre letzten Groschen, um den Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Was jedoch nie geschehen wird, weil sie mitten im Fangnetz der Bauernfänger sind und sich meilenweit von der Realität entfernt haben.

In der realen Welt kommen private Trader schwierig an Fremdkapital

In der realen Welt ist das Ganze nicht so einfach. In einem regulierten Finanzmarkt kann aus rechtlichen Gründen ein Privatmann nicht einfach das Geld anderer Leute annehmen und damit handeln. Was gebraucht wird um seriös an Fremdkapital zu kommen ist ein Track Record von 1-2 Jahren. Dies ist die Eintrittstür. Geldgeber sind jedoch vorsichtig, wer möchte schon gern jemand sein Geld anvertrauen den er nicht kennt. Deshalb folgt meist eine Phase der Beobachtung eines Tradingaccounts der überwacht wird und sichergestellt ist, dass nichts manipuliert werden kann. Der Handel erfolgt natürlich mit Echtgeld. Diese Prozedur ist wichtig, weil die meisten mehrere Trading Konten haben, und nur jene zeigen die gut laufen und die Looser verschweigen. Auf diesem Weg wird Vertrauen aufgebaut. Läuft alles gut erfolgt die Zuteilung von Fremdkapital, meist wird mit 250.000 Euro begonnen. Ist die Performance weiterhin gut, ist nach oben quasi keine Grenze. Wobei die heutige Grenze als Prop-Trader meist bei etwa 10 Millionen liegt. Davon verdient der Trader 25% nach der High Watermark-Methode.
Die beste Lösung ist jedoch mit Sicherheit einen privaten Investor oder Geldgeber zu finden. Andernfalls gibt es zu viele regulatorischen Hürden und auch damit verbundene Kosten.

Nimm am Börsenspiel Teil und es wartet ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. Oder nimm am Trading Wettbewerb Teil und zeige dass du der Beste bist! Der Gewinner erhält einen Preis von 1 Million Euro. So oder der so ähnlich klingen die Lockangebote.

Für die Betreiber ist das immer eine gute Marketing Aktion um Neukunden zu gewinnen. Alle philosophieren wer dieses Jahr gewinnen wird, usw.. Das Showgeschäft gibt es in jeder Branche. Und jede Branche muss heute dafür kämpfen beachtet zu werden. Das ist das Geschäft.

Als  Trader ist es jedoch wichtig den Unterschied zwischen Show und Realität zu erkennen. Wer bei einem solchen Contest als Gewinner das Feld verlässt kann auf eine Karriere als Marketing Star bauen, denn der gewonnene  Preis wird auch vermutlich noch in 10 Jahren Kunden locken.

In den seltensten Fällen können die Gewinner jedoch tatsächlich dauerhaft Gewinne erzielen und eine gute Performance abliefern. Der Überflieger wird zum Blindgänger. Und die Accounts die bei solchem Risko bereits geschrottet wurden finden keine Erwähnung. Diese Börsenspiele vermitteln immer den Eindruck Trading ist wie ein Computerspiel. Man hackt und kämpft wild mit dem Markt und verlässt als Sieger das Feld. Oder man sitzt wie die Goldene Gans vorm PC sitzt und  macht ständig mehr Geld. Wer glaubt Trading sei ein Wettkampfsport, ist ein Zocker. Zocker machen viel Geld und verlieren viel Geld.

Zurück zum vermeintlichen Überflieger. Wäre das der Fall würden alle Hedgefonds oder Investmentfirmen bereits Schlange stehen und diesen Trader für sich traden lassen wollen. Das ist aber nicht so, niemand interessiert es. Wer wirklich Schlange steht und großes Interesse zeigt,  sind die Broker, denn der Gewinner als Marketingfigur ist sehr wertvoll. Auf dieser Basis lassen sich viele jungeTrader oder jene die noch nicht profitabel handeln beeindrucken und für das Trading-Geschäft gewinnen.

Vor allem die Performance wird stark beworben. Das Geld in kurzer Zeit vervierfacht oder aus 5.000 wurden 100.000, wer will da nicht dabei sein? Beim Lotto sehen wir das gleiche Phänomen. Die Leute spielen Lotto weil sie bereits gesehen und ghört haben dass es solche Gewinner gibt und glauben dann sie könnten der Nächste sein. Es gab sogar schon Lotto-Gewinner die danach Kurse  und Vorträge gegen Geld anboten um zu erklären wie sie es geschafft haben den 6er zu ergattern. Keiner konnte den Erfolg jedoch jemals in seinem Leben wiederholen.
;