Schlagwort: USD

Der USD ist im freien Fall. In fast allen Währungen haben wir nun kritische Levels erreicht. Die Entkopplung zwischen Zinsunterschieden und Währungsbewegungen haben historische Levels erreicht. Mit anderen Worten, der Markt ignoriert diese aktuell völlig. Die COT Daten zeigen ebenfalls historische Extrems, wie Z.B. die höchste EUR Net Positionierung seit mehr als 6 Jahren. Weiterhin sehen wir dass EUR und GBP nun ihre fairen Werte nach der Kaufkraftparität überschritten haben. Das sind 3 eindeutige Warnzeichen (Zinsspreads, Bewertung-PPP und COT). Es macht aus dieser Betrachtung keinen Sinn dass der USD weiter gegen diese Währungen fällt. Aktuell sind jedoch andere Treiber und Mächte am Werk. Der USD wird von der US-Seite schwach geredet („Ein schwächerer Dollar ist gut für uns.“ Das ist die Ansicht, die US-Finanzminister Steven Mnuchin gestern in Davos zum Besten gab). Gut für die Großkonzerne welche ihr Geld im Ausland verdienen. Jedoch schlecht für den Bürger für den nun alles teurer wird. Gleichzeitig sehen Investoren in Europa ein überaus positives Bild. Italiens schlechte Inflationsdaten werden aktuell völlig ignoriert. Das aktuell starke Risk on Sentiment belastet den USD ebenfalls. USD-CHF steht im Bereich bei 0,94. Die kurzfristigen Modelle zeigen dass wir hier zu günstig sind. Weiterhin wird die SNB die Aufwertung des CHF ebenfalls genau beobachten und sollte diesen Level stützen. Weiterhin sehen wir heute die EZB Pressekonf. und Draghi wird wohl kaum den Euro stark reden. Draghi ist heute in der Lage den Euro Kurs für die nächsten Tage und Wochen in eine Richtung zu lenken. Und das Risiko liegt eindeutig auf der Shortseite. Alles andere wäre nicht nachvollziehbar. Die aktuelle Einbahnstraße an den Märkten könnte heute Mittag ein Ende finden. Wird Draghi dies nicht tun und sich nicht sonderlich beeindruckt zur Euro Stärke äußern, dann kann die aktuelle Verzerrung weiter voranschreiten, zumindest temporär. Nach dem Mnuchin Kommentar gestern sollte Draghi heute ein klares Statement abgeben, dass die Euro Stärke genau beobachtet wird und diese Stärke den Euro Aufschwung gefährden könnte usw… Und das stimmt sogar. Das einzige Land für den der Euro aktuell noch etwas günstig bewertet ist Deutschland. Italien, Portugal, Spanien und Frankreich werden aktuelle Niveaus schon zu schaffen machen. Unter diesen Bedingungen wäre eine Zinserhöhung in Euro katastrophal. Dies jedoch wird aktuell völlig ausgeblendet und es sollte heute Draghis Aufgabe sein darauf hinzuweisen.

Update: Spaniens Arbeitslosenquote steigt von 16,35 auf 16,55%. Italiens Industrieaufträge gehen zurück. Der Ifo Index jedoch steigt weiter und zeigt dass die Deustche Industrie im aktuellen Umfeld profitiert, die europäische Peripherie jedoch unter einem starken Euro leidet. Die Inflationsdaten von Neuseeland in der Nacht fielen auf 1,6 von zuvor 1,9%. Damit sollte von NZD Seite das Top gesetzt sein.

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